Stipendiatenwerk
Von deutschen Klassenzimmern, afrikanischen Talenten und polnischen Interessen…
Rund 1.100 Stipendiaten und Alumni zählt die Hertie-Stiftung derzeit. Was hat sich im Stipendiatenwerk in der ersten Jahreshälfte 2009 getan?
Projekt-Export in die Hauptstadt: Nach Frankfurt am Main ist Berlin der zweite Standort des "Horizonte"-Programms für angehende Lehrkräfte mit Migrationshintergrund. Den ersten Stipendiatenjahrgang bilden fünf Studierende und Referendare. Die Stiftung bietet "Horizonte" in der Hauptstadt in Kooperation mit der Freien Universität und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung an. Zum Programmauftakt am 30. Januar warfen Lehrkräfte, Erziehungswissenschaftler und Bildungsforscher einen Blick in die Klassenzimmer Berlins: Wie geht Schule mit dem Phänomen Migration um?
Empfang im Schloss Bellevue: Makda Abeba aus Äthiopien und Mac Pherson Mdalla aus Malawi studieren als Horst-Köhler-Stipendiaten der Stiftung an der Hertie School of Governance. Die Entwicklung des afrikanischen Kontinents ist dem Bundespräsidenten seit langem ein persönliches Anliegen – am 5. Mai traf er "seine" Stipendiaten in seinem Amtssitz in Berlin. 2010 werden beide die Hochschule mit dem Master of Public Policy abschließen.
Verantwortung – was heißt das? 90 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus über 30 Ländern waren vom 7. bis 9. Mai zu Gast in Frankfurt am Main. Ihr Jahrestreffen stand unter dem Thema "Verantwortung". Sechs verschiedene Arbeitsgruppen boten Gelegenheit, sich unter dieser Überschrift wahlweise internationalen Klimafragen, der weltweiten Finanzkrise, den Möglichkeiten der Hirnforschung, jüdischer Erinnerungskultur, bürgerlicher Selbstorganisation in Städten oder dem Umgang der Medien mit dem Terrorismus zu widmen.
Europa anders denken: Stipendiaten und Alumni der Hertie-Stiftung debattierten am 13. Mai auf Einladung des polnischen Botschafters Marek Prawda zum ersten Mal im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Europa anders denken" über ein noch junges EU-Mitglied. Geopolitisch ein Schlüsselland, dessen Ostgrenze zugleich EU-Grenze ist, könnte Polen die Integrationspolitik Europas enorm stärken. Erfüllt Polen diese Hoffnungen oder geht es eigenen nationalstaatlichen Interessen nach? Ist Polen ein Vermittler europäischer Werte für seine östlichen Nachbarn oder eher ein Kämpfer in eigener Sache?


