9. NeuroForum Frankfurt
Das verkabelte Gehirn
Mit dem Erkenntniszuwachs der Hirnforschung wachsen auch die Möglichkeiten einer gezielten Beeinflussung des Gehirns – potenzieller Nutzen und potenzieller Schaden hängen dabei, wie so oft in der Wissenschaft, eng zusammen. Zum Thema "Das verkabelte Gehirn: Vom Implantat bis zur Gedankensteuerung" lud die Hertie-Stiftung zum diesjährigen NeuroForum ein.
Den einführenden Vortrag hielt Prof. Dr. Niels Birbaumer vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurologie der Universität Tübingen. Er referierte über die Tiefenhirnstimulation und die Verfahren zur Steuerung von Geräten durch die direkte Ableitung von Hirnaktivität. Am Beispiel der sogenannten Gehirn-Computer-Schnittstellen erläuterte er Fortschritte und Risiken des Verfahrens.
Im anschließenden Podiumsgespräch, das von Gert Scobel moderiert wurde, diskutierten Prof. Birbaumer, Prof. Dr. Peter Fromherz vom Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried, und Prof. Dr. Thomas Metzinger vom Philosophischen Seminar der Universität Mainz über Eingriffe und Einblicke, die zurzeit in das menschliche Gehirn möglich sind.
Es wurde deutlich, wie weit die Ansätze der Verschmelzung von Gehirn mit Computerchips zu einer Einheit bereits experimentell vorangeschritten sind. Auch die ethischen Fragestellungen, die sich aus den neuen Möglichkeiten ergeben, kamen zur Sprache. Die Podiumsdiskussion wurde auf 3sat in der Sendung "scobel" ausgestrahlt.


